Nov 23, 2008

Kambodscha: Unendlich viele Tempel und eine malerische Bootsfahrt

Phnom Penh

Unsere ersten Kilometer im Privattaxi und zusammen mit einen Moench durch Kambodia waren der reinste Segen: Atemberaubende Natur in seinem schoensten Licht. Spaetabends sind wir in der Hauptstadt angekommen, Staub, Laerm, Motos, Tucktucks ueberall - dazu auch noch riesige Menschenmassen wegen des Water Festivals. Unsere einsame Beach beim Treehouse Resort ist bereits in weite Ferne gerueckt.

Kambodia ist ein Land mit einer traurigen Geschichte. Unglaublich, dass in den Siebziger Jahren ein Drittel der ganzen Bevoelkerung wahrend der Khmer Rouge-Regime gestorben ist. Wir besuchen im Stadtzentrum das ehemalige Folter-Gefaengnis "S-21". Die Ereignisse von damals sind schockierend, kaum vorstellbar. Die alten Verhoersraume, Folterzellen und Hunderte von Fotoportraits der Gefangenen sprechen fuer sich. Die Narben des Regimes sind in der ganzen Stadt zu sehen. Praechtige Kolonialhausser verlottern, in den Tempelwaenden stecken noch Kugelgeschosse und vielerots wird vor Landminen gewarnt. Die Spuren dieser Zeit steht der aelteren Generationen noch ins Gesicht geschrieben, hier ist das Leben haert und die Armut offensichtlich. Dank der Oeffnung und dem aufkommenden Tourismus herrscht nun aber neuer Optimismus.

Viele machen in Phnom Penh nur einen kurzen Stop. Da wir uns zu Katharinas grosser Freude entschlossen haben nach Indien zu reisen, besorgten wir uns hier auch gleich die Visas und blieben einige Tage laenger. Der FCC, ein wunderschoenes Restaurant fuer die damaligen Auslandskorrespondenten, die Baguettes (vive la France!) und weitere kleine Oasen versuessten uns die Wartezeit bestens.

Siem Reap und die Tempel von Angkor

Katharinas erster grosser Kulturstop auf unserer Reise ist den Tempeln von Angkor gewidmet: 3 Tage Erkundungstouren in den weitlaeufigen Tempelanlagen in der Region von Siem Reap, meistens per Fahrrad und zeitweilig auch mit Fuehrer. Gar nicht so einfach, ueberhaupt einen lizenzierten Guide zu finden... Unser erster Fuehrer blieb schon in der ersten Eingangskontrolle stecken! Nebst dem imposanten, praechtig herausgeputzten Angkor Wat-Tempel lassen sich durchwegs auch kleine Bijous finden, die (noch) ueber steile Treppen erklommen werden duerfen. Weiter gehts zum Bayon-Tempel, um von uber 100 Steingesichtern angestarrt zu werden - ein spezielles Gefuehl... Nach einer ordentlichen Velo-Etappe erreichten wir am letzten Tag den Dschungel-Tempel (prominent dank dem Film "Tomb Raider" mit Angelina Jolie), ein wahres Erlebnis und Abenteuer. Viele Waende sind von riesiegen Baeumen ueberwachsen, ganze Teile eingestuerzt und mit Moos ueberwuchert. So muss es vielerorts ausgesehen haben, als die Franzosen die Tempel Anfangs 20. Jahrhundert entdeckten! Mit immensen Aufwendungen arbeiten heute noch vielerots internationale Archaeologen-Teams am Wiederaufbau. Drei Tage sind gut genug... Wir sind satt und zufrieden - genug getempelt und gestrampelt.

Mit dem Boot ueber den See

Per Boot ueber den Tonle Sap heisst Reisen in seiner langsamen Form... Viel frische Luft, wunderbare Aussichten, ein toller Tag! Endlich koennen wir uns von der malerischen Landschaft Kambodschas satt sehen. Die kleinen fliessenden Doerfer, die spielenden und zuwinkenden Kinder, all das Urspruengliche. Wegen 2 zerbrochenen Schiffsschrauben dauerte dieser Naturfilm gut und gerne 9 Stunden...


Battambang

Ziemlich muede von der langen Fahrt ist der erste Eindruck dieser Stadt enttaeuschend. Lonley Plantet hilft mal wieder aus Patsche und lotst uns zu einer kleinen Bar zu Bier und magischen Sonnenuntergang. Die Welt scheint sofort wieder rosarot.... Inspiriert vom feinen Abendessen entscheiden wir uns spontan zu einem Khmer-Kochkurs am naechsten Tag. 8 Hobbykoeche kreuzen am Morgen ueber den Markt, (sogar ich, Katharina, ertrage zum ersten Mal die strengen Gerueche und Bilder...) Alle unsere Zutaten werden sorgfaeltig ausgewaehlt und fuer uns vorbereitet: Kokos frisch geraspelt, Fisch frisch gekoepft und entschuppt, Rind- und Pouletfleisch (ungekuehlt, auf leeren Reissaecken angepriesen) zugeschnitten. Zurueck im Restaurant wird gemeinsam an einem grossen Tisch geschnetzelt, mit dem Moerser gestapft und an zahlreichen Gaskochherden geschwitzt. Unsere Menues:
1. Fisch Amok - die kambodschanische, eher schwere, Variante von Thai Curry (dafuer mit eigengemachter Kokosmilch und Currypaste)
2. Lok Lak mit Rind an Limetten-Pfeffersauce (die Sauce begleitet ab sofort jedes BBQ, jummy!)
3. Lemongrass Suppe mit Huhn oder Fisch (damit es richtig fein schmeckt wird das halbe Tier mitgekocht...)

Morgen gehts via Bangkok weiter zur naechsten grosse Etappe nach Indien. Vorfreude und Spannung ist gross - nicht nur des Essens wegen...
Liebe Gruesse an Euch alle!

Cambodia

Nov 21, 2008

Das Baumhaus am Meer...

Grossstaedte koennen auf die Dauer ganz schoen anstrengend sein - besonders Bangkok.... Es liegt daher nahe, dass wir uns uns nach Katharinas Ankunft in Asien schon bald mal zur "Akklimatisation" auf der Insel Koh Chang eine ganze Woche mit Nichtstun verwoehnten: Suche Dir eine ruhige Bucht aus, erwische gleich auch noch das beste Bungalow mit Privatstrand und lass einfach mal die Seele fuer eine Weile in der Haengematte baumeln... Eigentlich gibts dazu nicht viel mehr zu sagen = siehe Bilder, falls Du sie ueberhaupt verkraften kannst :-)
Sonnige Gruesse an alle Daheimgebliebenen!!




Koh Chang

Nov 2, 2008

Mit weissem Wascher gewaschen: Paddle Nepal!

Es vergingen nur wenige Tage in der Zivilisation, bis uns die Berge und die Natur ganz schoen ordentlich fehlten... Die Idee bestand schon seit laengerem: Mit dem Rafting Boot ueber den Khali Gandaki-Fluss zu fahren und das weisse Wasser zu durchpfluegen. Es ist jener Fluss, der uns nach der Passueberschreitung eine Woche lang begleitete - zuerst ganz sanft in der breiten Talebene, bald tosend und wild sprudelnd in den engen Schluchten (die Strasse dort hab ich bereits schon mal erwaehnt....) weiter unten.
Wir liessen uns nicht lumpen und heuerten bei absoluten Profis an: Alle Mitarbeiter von Paddle Nepal sind passionierte Wasserratten und haben schon etliche Meisterschaften im Rafting und Kayaking gewonnen... Nebst dem Wassersport sind die Jungs auch passionierte Koeche, so dass wir nach auch kulinarisch voll und ganz verwoehnt wurden. Waehrend 3 Tagen paddelten wir durch atemberaubende Taeler und Schluchten - dank der Wasserader ist alles gruen, gruen, tiefgruen - ja schon richtig tropisch! Unser Guide kennt jeden einzelnen Stein und jede Stroemung in diesem Fluss. Spiel, Spass und Spannung sind also garantiert: Grosse Felsbrocken mitten im Fluss werden nicht um- sondern direkt angefahren. Resultat: Ein grosser Ruck bis das halbe Boot steil in den Himmel ragend auf dem Stein aufliegt... Die Stroemung leistet sogleich ihren Beitrag dazu, reisst das Boot rasch seitwaerts weg, weiter geht die Fahrt rueckwaerts. Mit den Stromschnellen gehts aehnlich - ab durch die Mitte mit Berg- und Talfahrt in den weissen, tosenden Wellen!
Genaechtigt haben wir an einsamen Sandstraenden unter einfachen Planen, gut gesaettigt von feinstem Essen, Lagerfeuer und natuerlich vielen abenteurlichen Geschichten aus dem Leben unserer Guides (unser Lieblingsspruch: Manchmal ist das Leben einfach so sch....!).
Die Tage draussen in der Natur waren einmal mehr Balsam fuer unsere Seelen und beste Gelegenheit, miteinander nochmals eine tolle Zeit zu geniessen. Mittlerweile sind Fabienne, Simon und Stefan bereits in der Everest-Region wieder am Trekken waehrend ich schon nach Bangkok weitergereist bin. Katharina ist hier gestern auch gut angekommen = Balsam fuer unser Herz :-) Wir werden nur kurz hier bleiben, die naechsten Etappen planen um schon bald neue (Natur)Pfade erkunden koennen...